Wo du fliegen darfst und was du beachten solltest

Vor dem Start

Die wichtigsten Dinge: Was du VOR dem ersten Start und natürlich jedem weiteren Start beachten musst

Ich weiß genau, wie das ist, wenn man endlich fliegen will. Man kann es kaum abwarten, endlich zu starten! Aber bevor du abhebst, müssen ein paar formale Dinge erledigt sein und du solltest die grundlegenden Flugregeln kennen. Hier habe ich das wichtigste Wissen noch einmal kompakt für dich zusammengefasst, damit du sorgenfrei losfliegen kannst:

1. Die formalen Voraussetzungen (Die Pflichten)

  • Drohnen-Haftpflichtversicherung: Eine normale private Haftpflicht reicht oft nicht aus. Du brauchst eine Versicherung, die das Drohnenfliegen explizit abdeckt.

  • Registrierung beim LBA: Du musst dich als Drohnen-Betreiber beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) registrieren und deine Betreiber-ID (e-ID) sichtbar (oder per Plakette) an der Drohne anbringen. Das gilt unabhängig davon ob du einen Kompetenznachweis brauchst oder nicht.

  • Drohnenführerschein (Gewicht beachten):

    • Unter 250g: Du brauchst gesetzlich keinen Führerschein, der kleine EU-Kenntnisnachweis (A1/A3) wird aber von mir dringend empfohlen.

    • Ab 250g: Der EU-Kompetenznachweis (A1/A3) ist gesetzliche Pflicht!

    • Für Fortgeschrittene: Möchtest du näher an Menschen fliegen (z. B. in der Kategorie A2), benötigst du das große Fernpiloten-Zeugnis A2.

2. Der digitale Blick auf die Karte (Darf ich hier fliegen?)

Bevor du die Drohne einschaltest, musst du prüfen, ob an deinem Standort Flugverbote aktiv sind. Nutze dafür Apps aus den App Stores (Google Play Store / Apple App Store).

Hier sind einige Beispiele:

  • Droniq TraX: Die offizielle App der Deutschen Flugsicherung zeigt dir tagesaktuell alle festen und temporären Flugverbotszonen in deiner Umgebung an.

  • Map2Fly: Eine sehr beliebte Alternative unter Drohnenpiloten, um Gebiete und Einschränkungen schnell zu checken.

  • Dronemaps24: Eine weitere tolle App

3. Die goldenen Flugregeln für Anfänger (Wo und wie du fliegen darfst)

  • Sicherheitsabstand zu Menschen: Fliege niemals direkt über unbeteiligte Personen. Halte immer ausreichend Abstand (im Open-A2-Bereich z. B. mindestens 5 Meter im Langsamflugmodus, sonst deutlich mehr).

  • Einsatzorte sind absolute No-Fly-Zones: Rund um Einsatzorte von Polizei, Feuerwehr, Rettungskräften oder dem Katastrophenschutz gilt ein striktes Flugverbot! Drohnen können Rettungshubschrauber massiv behindern und Menschenleben gefährden.

  • Maximale Flughöhe: Die gesetzliche Obergrenze in der offenen Kategorie beträgt 120 Meter über Grund.

  • Sichtkontakt (VLOS): Du musst deine Drohne während des gesamten Fluges mit bloßem Auge sehen können (nicht nur über das Display).

  • Flugverbotszonen beachten: Fliege niemals über Bundeswasserstraßen (Bundesgewässer), Autobahnen, Bundesstraßen, Bahnanlagen oder Oberleitungen (generell gilt ein Abstand von mindestens 100 Metern). Auch Naturschutzgebiete und Wohngrundstücke (ohne Erlaubnis) sind tabu.

  • Null Toleranz bei Alkohol und Medikamenten: Für Fernpiloten gilt eine strikte Fahrtüchtigkeit. Fliegen unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder die Reaktionsfähigkeit einschränkenden Medikamenten ist absolut verboten.

4. Technik & Natur (Wetter und Akku)

  • Wetter-Check: Fliege nur bei ausreichenden Sichtverhältnissen. Starker Wind, Regen, Schneefall oder Nebel sind Ausschlusskriterien. Achte auch auf die Temperatur – Kälte verkürzt die Akkulaufzeit drastisch. Nutze Wetter Apps mit Regenradar um dich auf evt. aufziehende Gewitter einzustellen.

  • Ausreichende Akkuladung: Starte niemals mit teilentladenen Akkus. Plane deine Flüge so, dass du immer mit einer großzügigen Sicherheitsreserve (mindestens 20 Prozent Restkapazität) landest, um unvorhergesehene Zwischenfälle (z. B. plötzlichen Gegenwind beim Rückflug) abzufangen.

  • Return to Home Höhe: Achte darauf das deine RTH Höhe so eingestellt ist, dass ein automatischer Rückflug stattfinden kann ohne irgendwo zu Crashen.

5. Vor jedem Flug: Checkliste abarbeiten

Bevor es in die Luft geht, solltest du dich an eine feste Routine halten. Nutze dafür meine Nach- und Vorflug-Checkliste, um Technik, Akkus und Umgebung systematisch zu prüfen. So steht einem sicheren Flug und einer erfolgreichen Landung nichts mehr im Weg!